Pressemitteilung Nr. 001 v. 21.04.2026, betr.: Gründung der LAG
PRESSEMITTEILUNG
19.04.2026: Gründung einer
Landes-Arbeits-Gemeinschaft Rauschmittelpolitik
Die Linke arbeitet für die Menschen, auch für jene, die Substanzen konsumieren. Die Gründe für Substanzgebrauch sind individuell und vielfältig. Wir treten für Gleichbehandlung aller Substanzbenutzer*innen ein, dazu gehört die Entkriminalisierung jedweden Rauschmittelkonsums sowie des Besitzes für erwachsene Menschen. Illegaler Substanzhandel muss eingedämmt werden, dazu bedarf es einer weitreichenden Schaffung legaler, regulierter Bezugsmöglichkeiten für Konsumierende. Die Prohibition hat sich als komplett wirkungslos erwiesen. Es müssen Menschen, die Rauschmittel in einer Weise konsumieren, die ihnen oder anderen schadet, Hilfe und Unterstützung erfahren. In Schulen, Betrieben, Vereinen und auf Veranstaltungen soll regelmäßig über Rauschmittel, schadensarmen Konsum und Ausstiegsmöglichkeiten aufgeklärt werden. Die lokalen Angebote der Substanzprüfung und präventiven sowie akuten und aufsuchenden Beratung müssen erheblich ausgebaut und dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden, ebenso die Hilfsangebote für Menschen, die unter nicht substanzgebundenen Störungen leiden. Entsprechende Forschung, Evaluation und Neubewertung soll regelmäßig erfolgen.
Die Landesarbeitsgemeinschaft führt den Namen
Landesarbeitsgemeinschaft
Rauschmittelpolitik
Kurzform: LAG RAUSCH
Sie hat ihren Sitz sowie den unmittelbaren Wirkungsbereich innerhalb der Grenzen des Bundeslandes Schleswig-Holstein und untersteht faktisch dem Landesverband der Partei Die Linke in Schleswig-Holstein und hat formal ihren Sitz am Ort der Landesgeschäftsstelle.
Unmittelbarer Zweck der LAG RAUSCH ist es, die Partei in Bezug auf stoffliche und nichtstoffliche Konsumstörungen zu beraten, sowie tragfähige Konzepte für einen Paradigmenwechsel in der Rauschmittelpolitik zu entwickeln und zu kommunizieren. Die LAG soll themenbezogene Daten sammeln, analysieren, verarbeiten und die Ergebnisse den zuständigen Parteigremien offenlegen, um die Politik der Partei Die Linke realitätsnah und menschlich zu gestalten.
Die Organisationsform der LAG RAUSCH ist die einer Interessengemeinschaft in Form eines nicht eingetragenen Zusammenschlusses in Anerkennung durch den Landesverband.
Unsere wichtigsten Forderungen:
Legalisierung des Besitzes und Konsums von Rauschmitteln
Rauschmittel raus aus dem Supermarkt, Fachgeschäfte einrichten
Absolutes Werbeverbot für Rauschmittel im öffentlichen Raum
Schaffung eines sinnvollen Rauschmittelgesetzes statt BtMG
Neuverhandlung von RB 2004/757JI & UN Single Convention
Grundsätzliche Standpunkte:
Prohibition verhindert kein Kosumverhalten
Prohibition schafft über Reaktanz Konsumanreiz
Prohibition ermöglicht illegalen Handel & Schwarzmarkt
Prohibition fördert die Finanzierung organisierter Kriminalität
Legalisierung und Regulierung schaffen Rechtssicherheit
Legalisierung verbessert Harm Reduction bei Nutzer*innen
Legalisierung vereinfacht Aufklärung, Beratung und Intervention
Legalisierung und Kommerzialisierung helfen, Folgekosten aufzufangen
Wir wünschen uns eine soziale, gerechte und menschliche Gesellschaft, die nicht von Verboten und Repressalien getrieben ist, sondern in konsensualem Miteinander interagiert. Prohibition ist das Problem, nicht die Lösung!
Am 20.04.2026 wurde zudem die Bundesarbeitsgemeinschaft Drogen in der Partei Die Linke gegründet, welche die Arbeit der LAG koordinieren soll.Für Nachfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Der Sprecher*innen-Rat
Olaf Francke
Susanne Spethmann
Nicolas Stoltz